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Fix it in the Mix?

Stellt euch vor, ihr wollt einen Song aufnehmen. Ihr kauft euch Tonband für euren Recorder, ihr probt den Song bis zum Ermüden, denn das Tonband ist teuer. Vor dem Recording versucht ihr die allerbeste Einstellung eures einzigen Kompressors und EQs zu finden.

Wir befinden uns im Jahr 1970. Nachdem ihr die perfekte Mikrofonposition ermittelt habt, startet ihr das Tonband und nehmt auf. Endlich ist der Part geschafft und der Sound ist grandios, das Feeling für den Song stimmt perfekt!

2022

Früher gab es kaum Gedanken daran, den Sound später im Mix zu definieren oder zu korrigieren. Die technischen Möglichkeiten waren beschränkt und mehrere Instanzen eines Tools waren sehr teuer. Heute können wir mühelos 50 Mal das gleiche Plugin verwenden, ohne darüber nachdenken zu müssen.

Verändert sich dadurch das Mindset und die Art aufzunehmen?

Durch die Bearbeitungsmöglichkeiten heutiger DAWs etabliert sich leicht die Aussage “Fix it in the Mix”. Hierbei wird eine nicht ganz zufriedenstellende Aufnahme erst später im Mix Richtung “gut” gedreht. Zumindest wird dies versucht, dabei bleibt der Klang meist unprofessionell. Durch spätere Klangveränderung klingt zum Beispiel dein Gitarrenriff nicht wie gedacht.


Oft mangelt es nicht nur am Sound, sondern auch an der Performance. Um dieses Problem zu vermeiden, sollte man versuchen, schon bei der Aufnahme einen gewissen Sound im Kopf zu haben und diesen dann direkt umzusetzen. Man merkt sehr schnell, wie viel Platz der Sound im Arrangement einnimmt, wenn zum Beispiel ein Kompressor verwendet wurde. Außerdem spielt oder singt der Artist wahrscheinlich ganz anders, wenn der Sound und die Dynamik bereits in die richtige Richtung geht. Zum Beispiel wird ein Gitarrenpart mit Delay meist anders eingespielt als trocken.


Durch die Grundbearbeitung bei der Aufnahme bekommt ihr einen viel besseren Überblick, wie euer Werk am Ende klingen soll. Ihr greift nicht unnötig zu immer mehr Instrumenten und Flächen, um das Arrangement “voller” klingen zu lassen. Eure Entscheidungen, was der Song alles braucht, können dadurch um einiges besser ausfallen und ihr habt am Ende keinen überladen Song.


Sich vor der Aufnahme Gedanken zu machen, wie der Song am klingen soll, lohnt sich.


TIPP: Ihr könnt in wahrscheinlich jeder DAW eure Plugins in den Record-Weg insertieren. Achtet dabei auf die Latenz der Plugins (No/Low Latency).


Wie macht ihr es? Traut ihr euch schon vor dem Mix Sound-Entscheidungen zu treffen?



1 commento


Patrick
Patrick
17 ott 2022

Mit dem ersten Artikel habt ihr schon ein super wichtiges Thema angesprochen. Vielen Dank dafür :-)

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